Gepostet vonGaijin

Japan bietet Besuchern viele Sehenswürdigkeiten

Gepostet von Gaijin am Jun 16, 2011 in Tourismus

Sehenswertes in JapanJapan hat an Sehenswürdigkeiten und besonderen Attraktionen vieles – von Kirschblüten bis Hightech – zu bieten. Japan ist ein touristisch sehr gut erschlossenes Land, das eine moderne Infrastruktur mit modernsten Verkehrsmitteln bietet, so dass man sich als Urlauber sehr schnell, komfortabel zu Wasser, auf und unter der Erde sowie in der Luft bewegen kann, um die Sehenswürdigkeiten in Japan besuchen zu können.

Welche Sehenswürdigkeiten sollten auf der Besucherliste stehen?

Im Gedenken an die Atombombenabwürfe in Hiroshima und in Nagasaki 1945 und auch im Gedenken an die vielen Opfer der schwersten Erdbebenkatastrophe Japans vom 11.03.2011 und der nuklearen Folgen durch die Störfälle in den Atomkraftwerken Fukushima sollte man unbedingt den Friedenspark und die Atombombenkuppel in Hiroshima besuchen. Die Kuppel gehört seit 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die seit 1993 zum Weltkulturerbe gehörende Burg von Himej aus dem 17. Jahrhundert mit seinen 83 Gebäuden ist eine der ältesten und schönsten Burganlagen Japans. Sie dokumentiert in eindrucksvoller Weise die Kunst und das Können der japanischen Burgenbauer. Auch der um die Burg angelegte Park ist besonders während der Kirschblüte (Hanami-Fest) eine Reise wert. Die Stadt Himeji liegt in der Präfektur Hyogo südwestlich von Kyoto. Die, auf der Hochebene von Hida gelegenen Dörfer Shirakawa-go und Gokayama (seit 1995 UNESCO-Weltkulturerbe) im Gassho-Stil (Gassho – „zum Gebet gefaltete Hände“) vermitteln jedem Besuch zu jeder Jahreszeit einen märchenvollen Anblick. Charakteristika dieser drei- bis vierstöckigen Holzhäuser sind die strohgedeckten, hohen und steilen, im 60 Grad Winkel aufgestellten Dächer.

Kyoto

Zu den Sehenswürdigkeiten in Japan gehört auch das historische Kyoto (Kyoto, Otsu, Uji); es ist ein absolutes Muss auf der Besucherliste. Kyoto, die ehemalige Hauptstadt Japans hat einen enormen Fundus kulturell und geschichtlich bedeutsamer Gebäude und Anlagen. Besonders sehenswert ist der prunkvolle Kaiserpalast (Goshu – Alter Kaiserpalast), der im Jahre 1331 Kaiserresidenz wurde, mehrfachen Bränden zum Opfer fiel und 1855 komplett restauriert wurde. Nachdem 1868 der Kaisersitz von Kyoto nach Tokio verlegt wurde, verlor dieser einmalige Palast seine eigentliche Funktion. Dennoch wird in keinem anderen Land, wie in Japan heute noch die höfische Form bewahrt, das heißt, durch das Süd-Tor darf nur der Kaiser gehen – bei Staatsempfängen dürfen Gäste nur mit ihm durch das Tor schreiten. Sehenswert ist die gesamte Gartenanlage, wo man sich entspannen und erholen kann. Ein weiteres Kleinod bzw. es ist eine Augenweide, wenn sich der „Goldener Pavillon“ (Kinkaku-ji – buddhistischer Tempel, im Nordwesten der Stadt) im Wasser spiegelt. Ähnlich ist es, wenn man den „Silbernen Tempel“ (Ginkaku-ji) mit dem Zen-Garten im Nordosten besucht. Besucht man im Herbst Kyoto, sollte unbedingt ein Besuch des Tempels Eikan-do auf der Liste der Sehenswürdigkeiten in Japan stehen, denn von den Terrassen hat man eine atemberaubenden Blick über die roten Ahornbäume hinab auf die Stadt. In Kyoto lässt sich die Liste der Sehenswürdigkeiten, wie Heian-Schrein, die buddhistischen Tempel Nishi Hongan-ji, Kiyomizu-dera und Sanjūsangen-dō, das Nijo-Schlo „undendlich“ fortsetzen.
Der auf der Insel Miyajima (Schrein-Insel) im Wasser „schwebende“ bzw. „schwimmende“ Itsukushima-Schrein, der etwa um 6. Jh. errichtet wurde und 1168 seine heutige Form erhielt, gehört zweifelsfrei zu den Sehenswürdigkeiten in Japan. Aber nicht nur der Schrein ist sehenswert, sondern die gesamte Insel – sie gehört zu den drei schönsten Landschaften.

Tokio

Tokio, die Hauptstadt Japans und die größte Stadt der Welt, bietet Superlative und Gegensätze. Zum einen sind das die Wolkenkratzer von Shinjuku und Fuji-san und Hightech zum anderen sind das historische Tempelanlagen, wie der bedeutende buddhistische und älteste Sensō-ji Tempel Tokios oder der Shintō-Schrein und die von den Menschen gelebten Traditionen. Sehenswert sind in Tokio auch das architektonische Meisterwerk, das mit seinen zwei Türmen (248 Meter) erbaute Rathaus, die Miniaturstadt „Golden Gai“, der botanische Garten (Higashi Gyon) und das Nationalmuseum. Eine Attraktion ist der Besuch im Kabuki-Theater oder in den Fischmarkthallen.
Die heilige Stadt Nikko, die inmitten der Wälder und einer reizvollen Landschaft liegt, und als die Stadt der Tempel, Schreine und der Tokugawa-Grabstätte bekannt ist, sollte unbedingt auf der „Besucherliste“ stehen. Die älteste Stadt Japans, Nara, gilt als die Wiege der japanischen Kultur – die fünfstöckige Kofuku-ji-Pagode und der Todai-ji-Tempel sowie die bronzene Buddha-Statue sind sehenswert.

Lanschaften

Neben den zahlreichen Sehenswürdigkeiten in den Städten hat Japan landschaftliche Schönheiten zu bieten, die den Naturliebhabern das Herz höher schlagen lässt. Schon der Anblick des Fuji-san, dem höchsten und heiligen Berg (3.778 m) Japans löst Emotionen aus. In den japanischen Alpen findet jeder Bergsteiger seinen Berg, aber auch die Wintersportler kommen hier, wie auch auf der Insel Hokkaido auf ihre Kosten, was Sehenswürdigkeiten und Ski-Paradiese betrifft. In den zahlreichen Nationalparks und Gärten (z.B. Kairakuen, Kenroku-en und Kōraku-en) sind einmalige Sehenswürdigkeiten und Naturschönheiten Japans zu bweundern.
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Eine Reise ins Land der aufgehenden Sonne

Gepostet von Gaijin am Jun 3, 2011 in Tourismus

Gegenwärtig assoziiert man mit Japan die Erdbebenkatastrophe vom 11.03.2011, dem verheerenden Tsunami, der vielen Todesopfer, Verletzten und Vermissten und der nuklearen Folgen durch die Störfälle in den Atomkraftwerken, wie Fukushima, an der Nordküste. Mit Japan assoziiert man aber auch das Lächeln der Bewohner, Kimonos, Stäbchen, Kirschblütenzauber, traditionelle Kulturen, Tempel und Buddhas.

Eine fremdartige Kultur

Ein Urlaub in Japan ist eine erlebnisreiche Reise, bei der man in eine andere Kultur eintaucht, wo Tradition (Mythen, Riten, Sitten und Bräuche noch bestehen und gelebt werden) mit Modern, wo Kultur und Natur eng miteinander verbunden sind. Es ist ein Urlaub in einer Industrienation, die pulsierende Metropolen aber auch einsame, abgelegene Regionen, Berge, unerwartet viele Naturschönheiten und dicht bewaldeten Gebiete vorweisen kann. Auf dem Inselstaat (6.400 Inseln), mit den vier Hauptinseln Hokkaido (Norden), Honshi (Mitte), Shikoku und Kyushu (Süden) und der Inselgruppe Okinawa, im Pazifischen Ozean leben auf einer Fläche von 377.887 Quadratkilometern etwa 128 Millionen Menschen, von denen etwa drei Viertel in den Städten und in der östlichen Küstenregion (Küstenebene) leben und arbeiten. Als besonderes Ballungsgebiet ist die 600 Kilometer lange Küstenebene bzw. der Küstenstreifen zwischen Tokyo, Kawasaki, Yokohama, Nagoya, bis hin nach Osaka, KobeIn und Kyoto, auf der Hauptinsel Honshu, zu nennen. In den dünnbesiedelten Bergregionen trifft man auf buddhistische Mönche und Shinto-Priester.

Klima und Reisezeit

Japan erstreckt sich in seiner Länge (3.000 Km) über vierzehn Breitengrade (45. bis 20.), so dass sechs verschiedene Klimazonen herrschen, mit Schnee und kalten Wintern und einem kühl- gemäßigtes bzw. kühl-kontinentalem Klima im Norden (Hokkaido) bis zum feucht-subtropischen Klima im Süden (Okinawa) Japans. Die niederschlagsreichste Zeit ist während der Monate Juni und Juli, wo im Süden der Monsun fällt. August und September sind die Monate, wo Taifune die Inselgruppe heimsuchen. Die schönste Reisezeit für den Urlaub in Japan, mit angenehmen Temperaturen, ist der Frühling (März – Mai) während der Kirschblütenzeit oder der Herbst (September – November), wenn die Blätter des Ahorns in ein buntes rotes Farbenmeer getaucht werden. Jedoch sollte man beachten, dass die Japaner in der Zeit vom 29. April – 7. Mai ihr „Golden Week“ (Urlaubswoche – „Goldene Woche“) haben, wo viele Attraktionen stattfinden und wo viele Japaner zu den Sehenswürdigkeiten des Landes reisen. Die Monate Juli und August sind oft sehr tropisch und feucht warm, so dass man bei den Ausflügen während des Urlaubs in Japan leicht ins Schwitzen kommt.

Natur und Sehenswertes

Japan als Inselstaat ist geprägt von einer etwa 30.000 Kilometer langen Küstenregion. Auf den Inseln dominiert ein dicht bewaldetes Gebirgsland. Die Bergregionen mit seinen tiefen Taleinschnitten und Tälern nehmen 85 Prozent der Gesamtfläche des Landes ein. Gebirgszüge wie z. B. das Hidaka-, Hida- (auch japanische Nordalpen genannt), Chugoku-, Akaishi- oder das Kiso-Gebirge halten u. a. Berge von bis zu 3.000 Metern und mehr für Bergsteiger bereit. Besonders der heilige Berg, das Wahrzeichen Japans, der Fuji-san (Fudschijama – 3.776 Meter) lockt alljährlich viele Besucher auf seinen Gipfel.
Die Metropolen wie Tokio, Yokohama, Kyoto, Nagoya oder Osaka mit seiner Infrastruktur und seinen Superlativen und Attraktionen im Gegensatz zur jahrtausendealten Kultur und Tradition mit den Sehenswürdigkeiten: historische Paläste, Tempel, Schreine, Gärten usw. lassen jeden Gast während des Urlaubs in Japan den Atem anhalten. Kyoto, die ehemalige Hauptstadt, bietet den Besuchern japanische bzw. kaiserliche Geschichte pur; hier sind u.a. Kaiserpaläste, Schreine und Tempel zu besichtigen.
Abseits der pulsierenden Groß- und Industriestädte der Küstenregionen erlebt man nicht nur in den zahlreichen Nationalparks eine unberührte Natur, herrliche Landschaften, glitzernde Seen, heiße Quellen (Onsen), traumhafte Sandstrände, mit einer artenreichen Flora und Fauna. An den Stränden der Boso-Halbinsel, der Enoshima-Insel oder von Shirahama kann man beispielsweise Baden und Entspannen. Kurzum, ein Urlaub in Japan bietet für jeden etwas, man kann Berge besteigen, in den Hochgebirgen Ski fahren, durch weite Wälder wandern, das quirlige Leben in den Städten genießen, historische Tempel und Paläste besichtigen, im Pazifik baden oder in der Einsamkeit der Bergregionen entspannen.

Hinweise vor Reiseantritt

Plant man einen Urlaub in Japan, sollte man sich schon vor der Abreise mit den Ein- und Ausreisebestimmungen (Visum, Geld, Sicherheit, Impfungen), mit den Sitten und Gebräuchen sowie bestimmten Verhaltens- und Umgangsformen vertraut machen, und vielleicht auch ein paar Worte japanisch lernen, um den japanischen Gastgebern entsprechenden Respekt und die gebührende Höflichkeit entgegenzubringen.
Bild: brett kropp von Fotolia

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Grundlegendes zur japanischen Kultur

Gepostet von Gaijin am Mai 19, 2011 in Japanische Kultur

Die japanische KulturDie japanische Kultur ist geprägt von verschiedenen Einflüssen u.a. aus Chinas, Koreas, Ozeanien und sie ist geprägt durch die Religionen (z. B. Buddhismus, Shintoismus, Christentum). Heute gibt es in Japan 180.000 religiöse Gemeinschaften, die staatlich anerkannt sind.

Von den Anfängen bis zur Gegenwart

Den Anfang der japanischen Kultur kann man in der Zeit bis 500 n. Chr., während der Kofun-Zeit (ca. 250–538) finden. Es kamen Einwanderer aus Korea und erste religiöse Schriften des Buddhismus, des Taoismus und des Konfuzianismus nach Japan. Die Koreaner lehrten den Japanern das Errichten von Hügelgräbern, das Schmieden von Bronze sowie Techniken des Hausbaus. Die Schrift kam im 7. Jahrhundert durch buddhistische Mönche von Korea nach Japan.
Während der Heian-Zeit (794–1185) entwickelte der Hofadel, auf Grundlage der chinesischen Vorbilder, eine eigenständige Literatur und Dichtkunst. In den folgenden Jahrzehnten entwickelten sich, aufgrund schwerer Bürgerkriege, die Samurai, die nicht nur die Kriegsführung sondern auch die des Schmiedehandwerks, speziell für Schwerter, entwickelten. Der Zen, eine Form des Meditations-Buddhismus bildet sich heraus, deren Mitglieder Einfluss auf die Gartenkunst, Musik und Dichtkunst hatten. Die Edo-Zeit (1600-1867) brachte Japan zur Ruhe, die Samurais entwickelten die Kampfkunsttechnik Budo. Die Händler, die gesellschaftlich nicht aufsteigen konnten und über Geld verfügten, fanden ihren Weg zur Kunst; Ikebana (lebende Blumen – Blumensteckkunst), Bonsai, Kaligrafie, Keramikkunst und Origami (Faltkunst) entwickelten sich weiter. Teezeremonien wurden in allen Schichten zelebriert und das Kabuki-Theater (Gesang, Tanz, Pantomime), eine säkulare Kunstform, neben dem No-Theater der Samurai und dem Kyogen- (Worttheater), dem Bunraku- (Figurentheater) und dem Revue-Theater (Takarazuka Revue), wurde unter dem ästhetischen Aspekt Wabi-Sabi gefördert. Erste Vergnügungsviertel entstanden, wo auch Geishas die Teezeremonien durchführten.
In der Malerei und Grafik prägten vor allem die Ukiyo-e Bilder („Bilder der fließenden Welt“) in der Edo-Zeit die japanische Kultur – das bekannte Bild von Katsushika Hokusai (1760-1849) „Die große Welle“ (ca. 1830) ist Zeugnis davon. Ebenfalls sind die Farbholzschnitte und die Tuschemalereien (Sumi-e, Schwarz-Weiß-Kunst) Ausdruck der japanischen Kultur und Kunst.

In der Musik sind buddhistische Ritualgesänge (Shomyo) mit den vier Komponenten Wa, Kei, Sei und Jaku (Harmonie, Respekt, Reinheit und Stille) und die elegante Musik (Gagaku), eine Musikform, die aus dem Kaiserreich China nach Japan kam und als Kammer- und als Orchester- und Chormusik gespielt wird, Ausdruck der japanischen Kultur. Beim Musizieren finden traditionelle Instrumente wie Bambusflöte, Trommeln, Zithern und Lauteninstrumente ihren Einsatz. Aber auch die Tätowierkunst (Irezumi) mit einer großen Vielfalt an Motiven aus der Mythologie (Drachen, Dämonen) oder Motive, die eine Aussagekraft haben (Koi: Stärke, Erfolg, Glück) hat in der Kultur Japans eine lange Tradition, die bis in die Yayoi-Zeit (300 v. Chr.) zurückgehen. Das Tätowieren von Schriftzeichen hat in Japan keinerlei Tradition.
Die Architektur der einzigartigen Tempel, Gärten, Schreine, die es in Japan zu besichtigen gilt, sind Ausdruck und Zeugnisse der einzelnen Entwicklungsepochen, der Religionen und der Kultur des Inselstaates. 39 historische Bauwerke Japans gehören zur Weltkulturerbe der UNESCO.
Nach dem zweiten Weltkrieg entwickelten sich alle Bereiche der Kultur weiter. Überall in Japan findet man neben den traditionellen Bauten postmoderne Gebäude. Und auch in den anderen Bereich der japanischen Kultur steht die Tradition in Verbindung mit der modernen Kultur Japans und in Verbindung mit den Einflüssen der westlichen Welt, was u. a. ihren Ausdruck in Filmen und Zeichentrickfilmen (Anime), Popmusik und in der Jugendkultur findet.

Japanische Kultur im Alltag

Jeder der schon einmal in Japan war, wird bestätigen, dass diese Menschen ausgesprochen gastfreundlich, höflich und hilfsbereit sind. In den Bereichen des täglichen Umgangs bzw. des Alltags gibt es gegenüber der westlichen Kultur große Unterschiede. Das fängt bei der Schenkkultur an, reicht über die Toilettenkultur bis hin zur Bade- und Reisekultur. Aber auch die Ess- und Trinkkultur, die Wohnkultur sowie Kleidung unterscheidet sich von unserer westlichen Kultur. Jeder, der einen Japanbesuch plant, sollte sich vor Reiseantritt unbedingt mit der Kultur des Alltags auseinandersetzen, die Umgangsformen und Verhaltensregeln studieren, um die Gastgeber nicht zu brüskieren.

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Die rituelle japanische Teezeremonie

Gepostet von Gaijin am Mai 14, 2011 in Japanische Kultur

Japanische TeezeremonieDie Japaner pflegen eine enge Verbundenheit mit dem Tee, indem sie die Teezeremonie „zelebrieren“. Man nennt es auch Chanoyu – „Heißes Wasser für den Tee“ – jedoch ist die Zeremonie mehr als nur heißes Wasser über den Tee gießen; hier geht es um Riten und Meditation, um absolute Ruhe, Harmonie, Respekt und Gelassenheit.

Geschichte der japanischen Teezeremonie

Unter der Herrschaft des Kronprinzen und Regenten Shōtoku (574-622) reisten viele Japaner nach Korea und China, um sich über die Lehren des Buddhismus zu informieren und diese zu studieren. So brachten sie auch den Tee aus diesen Ländern mit, so dass in Japan der erste Tee, während der Nara-Zeit (710-794), von buddhistischen Mönchen als Medizin in den Klöstern getrunken wurde. Auch der Kaiser Shōmu (701-756) bewirtete seine Gäste mit Tee. In der Heian-Zeit (794-1192) tranken immer mehr Japaner Tee. Die erste Tee-Zeremonie geht auf den buddhistischen Mönch Saichō (767-822), der als Gründer von Tendai-shū (806) bekannt ist, zurück. In der Zeit des 10. bis 12. Jahrhunderts fanden keine Teezeremonien statt, bis der Zen-Meister Musō Soseki (1275-1351, auch als Musō Kokushi bekannt, die japanische Teezeremonie wieder einführte – er gilt als der Begründer der Teezeremonie. Der buddhistische Abt Shogu und sein Herr Shōgun Yoshimasa erfanden das feine Ritual der japanischen Teezeremonie, er legte die Norm für die Größe des Teepavillons (ca. drei mal drei Meter), die zu verwendenden Gegenstände, den Ablaufes und die Form des Trinkens. Das Teetrinken wird zur religiösen Zeremonie erhoben, zu dem u.a. das Abbrennen von Weihrauch und das Gongschlagen gehören. Bei den Zeremonien wurde Tee aus Fukuoka-shi (Stadt Insel Kyūshū im Süden Japans) verwendet – der erste Tee, der aus China kam, wurde in Uji (Kyoto) angebaut, heute noch sind diese Anpflanzungen vorhanden. Im 14. Jahrhundert hatte sich die Teezeremonie in allen Kasten und Schichten durchgesetzt – sie gehört fortan zur Kultur Japans. Das erste klassische Teehaus entstanden unter Sen no Rikyū (1522 1591), der in Japan wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung der Teezeremonie hatte, in Higashiyama-ku (Kyoto).

Das Teehaus und der Ablauf der Zeremonie

Das ideale Teehaus (Sukiya) ist klein und befindet sich in einem Tee-Garten. Der Weg zum Teehaus ist mit Wartebänken versehen und ein Wasserstein dient dazu, dass sich die Gäste vor Eintritt in das Teehaus die Hände reinigen und den Mund ausspülen. Die Teezeremonie beginnt im Warteraum (Yoritsuki), wo sich maximal fünf Teilnehmer versammeln. Der Mizuya (Wasserraum) ist der Raum, wo Geschirr, Vorräte, Wasser, Utensilien usw. aufbewahrt werden. Die japanische Teezeremonie findet im Teezimmer, dem Chashitsu, statt. Dieser Raum ist klein und niedrig und ohne Möbel, man sitzt auf Strohmatten (Tatami) am Boden. In der Mitte des Raumes befindet sich eine, in die Erde eingelassene Feuerstelle sowie die notwendigen Utensilien wie die kostbaren Keramik-Teeschalen (Chawan), die Teedose (Chaire), der Chasen (Bambusbesen), der benutzt wird, um den Pulvertee zu verrühren sowie der Bambus-Schöpflöffel (Hisaku). Alle Gegenstände bestechen durch ihre Schlichtheit und sind, wie auch der Raum und das Rollbild im Raum, durch die Teilnehmer entsprechend zu würdigen. Nachdem der Teemeister die Gäste durch eine Verbeugung begrüßt hat, beginnt die nun etwa vierstündige Teezeremonie, wo jeder Handgriff vorgeschrieben ist. Die Grundsätze der japanischen Teezeremonie sind Wa – Harmonie in der Beziehung, Kei – Respekt vor dem anderen, Sei – Reinheit im Denken und Handeln und Jaku – Gelassenheit im Umgang miteinander. Während dieser Zeit ist das Teehaus von äußeren Störungen geschlossen. Zu Beginn erhalten die Teilnehmer Kaiseki als Mahl gereicht, was komplett aufgegessen werden muss. Anschließend folgen Süßigkeiten. Nach dem ersten Teil verweilen und erholen (Nakadachi – Erholungspause) sich die Gäste im Tee-Garten bis ein Gongschlag sie, nach erneuter Reinigung von Mund und Händen, wieder in den Teeraum bittet, um am Gozairi, dem Hauptteil der Zeremonie, beizuwohnen. Der Teemeister bereitet den dickflüssigen Tee, den Koicha, der mit heißem Wasser aufgefüllt und schaumig geschlagen wird. Der eingangs benannte Ehrengast probiert, nach vorgeschriebener strenger Weise bzw. strengem Ritus, und bewundert das Getränk und die Keramikschale bis er diese, nach gründlicher Reinigung, an den nächsten Teilnehmer weiterreicht. Nachdem alle Teilnehmer vom Tee gekostet haben, erhält der Ehrengast die Teeschale, die er dann an den Teemeister übergibt. Das strenge Ritual bzw. das Gozairi endet, nachdem sich jeder Einzelne lobend geäußert hat. Zum Abschluss der Teezeremonie – Usucha – wird ein dünner Tee (Matcha) zubereitet. Jeder Gast erhält eine eigene Teeschale, in der zwei Löffel des Tees angerührt, die dann ausgetrunken werden. Erst wenn der letzte Teilnehmer seine geleerte Schale dem Teemeister übergeben hat und diese durch ihn hinausgetragen wurden, verbeugt er sich vor den Teilnehmern, was auch das Ende der japanischen Teezeremonie bedeutet. Die Gäste verbeugen sich beim Verlassen des Teehauses und bedanken sich am nächsten Tag entweder persönlich oder in schriftlicher Form beim Teemeister.
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Japanische Gärten – Ausdrucksformen der Kultur und Philosophie

Gepostet von Gaijin am Mai 9, 2011 in Japanische Kultur

Die japanische GartenkulturBesucht man in Japan die Parks und traditionellen Gärten, meint man, ein Maler hätte mit filigranem Pinsel und Farben die Landschaft gemalt. Alle japanischen Gärten strahlen eine Atmosphäre der Ruhe und absoluter Vollkommen- und Schönheit aus und sollen die Elemente der Natur wiedergeben. Die japanischen Gärten untergliedern sich in drei Gruppen: Hügel-Gärten (Tsukiyama), trockene bzw. Zen-Gärten (Kare-san-sui) und Tee-Gärten (Chaniwa). Bei allen Gartenstilen und –elementen ist die dominierende Farbe „grün“. Wurde der Garten angelegt, werden keinerlei pflanzlichen Veränderungen mehr vorgenommen, so dass in keinem japanischen Garten einjährigen Pflanzen zu finden sind.

Geschichte der Gaartenkunst

Die Ursprünge der japanischen Gartenkunst liegen um 612, als der Koreaner Shikomaro in Japan erfolgreich erste Gärten gestaltete. Die Ursprünge liegen in der chinesischen Gartenkunst, das beweisen auch die chinesischen Gärten in Nara (Nara-Zeit 7010-794). Auch während der Heian-Zeit (794-1185) standen die japanischen Gärten noch unter dem Gestaltungseinfluss der chinesischen Gartenkunst, eine Landschaftsmalerei wo Gebäuden, Wege, Erde, Wasser, Himmel, Steine und Pflanzen (7 Dinge) eine Symbiose bilden und das Werden und Gehen sowie die Jahreszeiten dokumentiert sind. Die religiöse Bedeutung der Gartengestaltung, so wie es in China der Fall war, fand in Japan keine Beachtung – sie waren bunt und sollten zum Spazierengehen einladen. Nachdem im im 10. Jahrhundert die Beziehungen zu China abbrachen, übernahm der erste Shogun Minamoto no Yoritomo (1147-1199) (Kamaruka-Zeit 1185-1333) selbst den Gartenbau am Kloster Kamakura – der Shoin-Stil (Asymentrie, Kleinteiligkeit) entwickelte sich. Die Muromachi-Zeit (1333–1568) prägte die Zen-Ästhetik, ein besonderes Beispiel ist der Steingarten des Ryoanji-Tempels in Kyoto. Die japanischen Gärten aus der Azu-Momoyama-Zeit (1573-1600) sind opulenter. Die Entwicklung der Aquarell-Malerei verlieh der Gartenkunst neue Impulse – die Gärten sollten sich wie ein Bild in die Landschaft einfügen und einen bestimmten Raumeindruck schaffen. Die während der Edo-Zeit (1600 1867) angelegten Gärten fügen sich in das Landschaftsbild ein, durch optische Effekte wirken die Gärten mitunter größer, als ihre eigentliche Fläche. Beispiele dafür sind die japanischen Gärten von Tenryū-ji (im Nordwesten von Kyoto), Saihō-ji (Kyoto), Ginkaku-ji (Silberner Pavillon, Kyoto) und Kinkaku-ji (Goldener Pavillon, Kyoto). Durch die Öffnung Japans 1853 (Meji-Zeit 1868-1911) lassen sich Einflüsse aus dem Ausland nicht verhindern – die wirtschaftliche Entwicklung und Industrialisierung steht eher im Mittelpunkt als die weitere Gestaltung der japanischen Gärten. Heute ist das Interesse an japanischen Gärten weltweit groß, auch in Deutschland gibt es zahlreiche japanische Gärten (z.B. in Kaiserslautern, Leverkusen, Erfurt, Würzburg und Berlin).

Japanische Gärten und ihre Stile


Hügel-, Paradies-Gärten (Tsukiyama)

Im Tsukiyama-Garten werden viele Elemente verwandt, um eine Landschaft mit grünen Hügeln, Teichen, Bachläufen und Wasserfällen zu gestalten. Beim Arrangieren der einzelnen Elemente wird darauf geachtet, dass der Besucher die Landschaft nicht mit einem Blick erfassen kann sondern, dass sich beim Gehen durch den Garten immer wieder neu Perspektiven Blickwinkel eröffnen. Bei der Bepflanzung kommen mehrjährige, langsam wachsende Pflanzen (Moose, Farne, Bodendecker, Rotkiefern, Bambus, Ahorn, Azaleen usw.) zum Einsatz. Der Garten wird mit Accessoires (Brücken, Bänke, Laternen) dekoriert, um ein schönes lebendes „Landschaftsgemälde“ zu erhalten. Die japanischen Gärten Kenroku-en in Kanazawa (Region Hokuriku – Westküste, Honshu), Kōraku-en in Okayama (Region Chūgoku, Honshu) und Kairaku-en in Mito (Region Kantō, Honshu ) gehören zu den drei schönsten Gärten in Japan.

Trocken- bzw. Zen-Gärten (Kare-san-sui)

Zen-Gärten gehen auf den Zen-Buddhismus zurück, sie sind die ältesten Gärten, die ursprünglich zur Meditationsunterstützung der Mönche in der Nähe der Tempel angelegt wurden. Dabei wurde auf Wasser und Pflanzen bewusst verzichtet – sie basieren auf Yin und Yang (Taoismus, Gleichgewicht und Harmonie). Hier spielen die Steine, Sand und Felsen eine besonders wichtige Rolle. Während der einzelnen geschichtlichen Epochen wurden die Zen-Gärten unterschiedlich gestaltet, wobei immer die Philosophie und Funktionalität eine Rolle spielte. Der Kies wird durch die buddhistischen Mönche immer wieder neu zu einem bestimmten Muster gerecht. Der Zen-Garten symbolisiert den Idealzustand des Geistes: ruhig, geordnet, einfach, unkompliziert. Am Ryoanji-Tempel (Tempel des zur Ruhe gekommenen Drachen) in Kyoto befindet sich der bekannteste Zen-Garten Japans.

Tee-Gärten (Chaniwa)

Diese Gestaltungsform japanischer Gärten hatte im 14. Jahrhundert, mit der Einführung der Tee-Zeremonie durch die Zen-Mönche, ihren Anfang. Diese Gartenform hat eine rituelle Funktion, die durch Atmosphäre der Abgeschiedenheit von der „äußeren“ Welt und der Einsamkeit seinen Ausdruck findet, damit die Teetrinker Ruhe und Entspannung finden können. Im Zentrum jedes Tee-Gartens steht, in einfacher Konstruktion, das Tee-Haus. Elemente des Tee-Gartens sind: Wasser, Steine, Sand, Bonsai, Steinlaternen, Wartebänke, Wassersteine bzw. Steinbrunnen zur Reinigung sowie das Tor, durch das man den Tee-Garten betritt. Das Tor symbolisiert, dass die Welt bzw. das Weltliche außerhalb bzw. zurück bleibt. Nicht alle Tee-Gärten Japans sind öffentlich zugängig.
Bildquelle: Radu Razvan – Fotolia.com

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