Städte

Kyoto – die ehemalige Kaiserstadt

Gepostet von Gaijin am Mai 2, 2011 in Städte

Die Kaiserstadt KyotoKyoto, das ist die Stadt Japans, die die größte kulturelle und geschichtliche Bedeutung hat, sie gilt als das Kultur- und Bildungszentrum Japans. Kyoto, mit den historischen Städten Uji und Ötsu, ist durch seine zahlreichen Tempel (14 Tempel und Shito-Schreine gehören seit 1994 zum Weltkulturerbe der UNESCO) zu einem wahren buddhistischen Wallfahrtsort geworden. Jährlich wird Kyoto von etwa 10 Millionen Touristen besucht – damit gehört Kyoto zu den meistbesuchten Städten in Ostasien. Die Tempel und Schreine sind nicht nur Zeitzeugen aus der kaiserlichen Residenz sondern sind heute noch Ort religiöser buddhistischer Rituale Japans.

Geografische Lage, Klima und Geschichte

Kyoto (Region Kinki) ist von drei Seiten von Hügeln und 1.000 Meter hohen Bergen geschützt, zum Süden hin öffnet sich ein Talkessel. Die Stadt liegt im mittleren Westteil der japanischen Hauptinsel Honshu, etwa 500 Kilometer von Tokio entfernt. Die Flüsse Kamo und Katsura durchfließen die Stadt. Durch die geografische Lage ist die Stadt Kyoto, in der auf einer Fläche von 827,9 Quadratkilometern etwa 1,47 Millionen Menschen leben, gut gegen Hochwasser und Taifune geschützt.
In Kyoto kann man die vier Jahreszeiten erleben, die Sommer sind schwül-heiß, die Regenzeit setzt Mitte Juli ein und dauert ca. vier Wochen. Im Januar herrschen hier etwa 9 Grad Celsius und im Sommer etwa 29 Grad Celsius. Erstmals wurde Kyoto im Jahr 794 in alten Urkunden erwähnt – damals noch unter dem Namen Heian-Kyo (Friedensresidenz) als es zur zweiten Hauptstadt des japanischen Kaiserreiches unter Kaiser Kammu (781-806) erhoben wurde. Die Macht der Heian-Zeit, die von Kyoto ausging, dauerte bis 1192. Während dieser Zeit blühte die Kultur, Architektur, Bildhauerei und die Malerei auf, die Macht des Hofes nahm jedoch ab, es kam zu militärischen Konflikten mit den Samurais. Die Epochen Kamakura (1185-1333), Muromachi (1333–1568) – das Shongunat residierte, Azu-Momoyama (1573-1600) folgten. Mit der Edo-Zeit (1600-1867) wurde das politische Zentrum immer mehr nach Tokio, an die Ostküste der Insel Honshu, verlagert bis 1868 Tokio Regierungs- und Kaisersitz wurde. Die Baumeister des Kaisers schufen damals in Heian-Kyo, nach chinesischem Vorbild, ein geometrisches, schachbrettmusterartiges Stadtbild, d. h. die Straßen sind alle im rechten Winkel, so dass man sich heute hier gut orientieren kann. Eine von Nord nach Süd führende Allee führt direkt zum reich verzierten Alten Kaiserpalast Gosho. Kyoto wurde während des 2. Weltkrieges nicht zerstört. Jedoch wurde das Gesicht der Stadt durch die rege Bautätigkeit im 20. Jahrhundert stark verändert.

Sehenswürdigkeiten – Kyoto, Uji und Ötsu

Kyoto bietet eine Fülle kulturgeschichtlicher und architektonischer Meisterwerke, was die Stadt zu einem starken Anziehungspunkt macht. In Kyoto gibt es mehr als 2.000 Tempel, und Shinto-Schreine. Der auf einem Berg gelegene Kiyomizu-dera Tempel ist wohl der bekannteste und meistbesuchte von Kyoto. Von hier aus bietet sich ein herrlicher Ausblick über die Stadt. Das Wasser des Brunnens in der Tempel-Anlage soll eine heilende Wirkung haben. Der Goldene (Kinkaku ji) und der Silberne Pavillon (Ginkaku-ji), die jeweils in phantastischen Gärten eingebettet sind, sind einmalig schön und ein Muss auf der Besichtigungstour. Auf dem zwei Kilometer langen Philosophenweg (Stadtteil Sakyō-ku), der von Kirschbäumen gesäumt ist, kommt man an vielen Tempeln vorbei, die zur Ruhe und Besinnung einladen. Im Osten der Stadt liegt der Tempel Sanjūsangen-dō (Halle der dreiunddreißig Nischen). Der Hauptbau ist 120 Meter lang. Im Inneren überraschen 1.001 lebensgroße Sho-Kannons (buddhistische Statuen). Die kaiserliche Villa Katsura (17. Jahrhundert) mit seinem einzigartigen japanischen Garten ist ein architektonisches Kleinod. Ähnlich ist auch die Shugaku-inn Villa aus dem 16. Jahrhunder angelgt – vom Garten sagt man, es sei der schönste Japans. Der östlich gelegene pittoresken Stadtteil Gion ist, wie auch die Statdteile Kamishichi-ken, Miyagawa-cho und Ponto-cho, als Geisha-Bezirk und Vergnügungsviertel bekannt, wo man auch dem Kabuki-Theater oder einer Karaoke-Bar einen Besuch abstatten oder auf historischen Spuren wandeln kann. Die Liste der Sehenswürdigkeiten ist schier endlos – eine Stadtrundfahrt hilft all die historischen Schönheiten zu bewundern. Neben den Sehenswürdigkeiten ist auch die Küche Kyotos empfehlenswert. Hier stehen vor allem schmackhafte, vegetarische Gericht wie Tofu, Gemüse (z.B. Tsukemono, eingelegtes Gemüse) auf der Speisekarte.
Bildquelle: mmette – Fotolia.com

Mehr

Tokio – Das moderne Babylon

Gepostet von Gaijin am Apr 21, 2011 in Städte

Die Hauptstadt TokyoTokio, die ca. 620 Quadratkilometer große Hauptstadt und Metropolregion (23 Bezirke) auf der zentralen Hauptinsel Honshu im Osten bietet mehr als 8,9 Millionen Menschen eine Heimat (in der Regionalregion sind es ca. 40 Millionen). Tokio ist eine Stadt, die viel erlebt und zu erzählen hat.

Geschichte

Im Jahr 1446 begann die Stadtgeschichte, als zu damaliger Zeit Ōta Dōkan (1432-1486) mit dem Bau der größten Burg Japans „Edo-jo“ begann (Fertigstellung 1457). Im Jahr 1590 ging die Burg an die Familie von Tokugawa Ieyasu (1543-1616) über und richtete hier sein Hauptquartier ein und nannte die Hauptstadt „Edo“. Tokugawa Ieyasu ließ sich 1603, als Ausdruck seiner führenden Stellung, vom Kaiser (Tenno) den Titel Shōgun (großer General) verleihen ließ, so dass die Edo-Zeit begann und sich Edo zum Zentrum der politischen Macht entwickelte. Im Jahr 1590 wurde Edo Hauptstadt von Japan bis sie 1867, nach dem Sturz des Shōgunats und der Machtübernahme des Kaisers in „Tokio“ („Östliche Hauptstadt“) umbenannt und zur Kaiserresidenz wurde. 1700 lebten bereits mehr als 1,3 Millionen Menschen – es siedelten sich viele Kaufleute und Handwerker an. Die Stadt entwickelte sich, trotz schwerer Erdbeben und nach den Zerstörungen des 2. Weltkrieges, rasant zu einem wichtigen Wirtschaftsstandort Japans und der Welt. Trotz moderner Bauwerke und Lebensformen haben sich die Stadt und ihre Bürger die jahrhundertealten Traditionen bewahrt, beides bildet eine interessante Symbiose, die jeden Touristen fasziniert und in den Bann zieht.

Stadt der Superlative

Tokio, eine Stadt der Superlative – Wolkenkratzer, ein Meer von Häusern, Straßen und Gassen, wo überall Reklametafeln in Kanji-Schrift und englischer Übersetzung hängen, ist ein Ausdruck, dass Tokio eine weltoffene Stadt ist. Hier sind Politik, Wissenschaft und Wirtschaft zu Hause, hier ist Japans Handels- und Finanzzentrum. In der Metropole, wo direkt neben den extravaganten modernen Verwaltungsgebäuden, den Hightech-Anlagen, den Universitäten und Verkehrsknotenpunkten die Glocken der Tempelanlagen zum traditionellen Gebet rufen, wird die harmonische Verflechtung zwischen Tradition und Moderne deutlich. Die Stadt, eine der interessantesten der Welt, beherrscht durch eine gut organisierte technische und soziale Infrastruktur das quirlige, leistungsorientierte Leben in Tokio. Das Verkehrsnetz Tokios ist so ausgestattet, dass man mit der Bahn in alle Teile des Landes reisen kann (zwischen Fukuoka und Tokio verkehren Hochgeschwindigkeitszüge). In der Stadt existiert ein gut ausgebautes U-Bahnnetz – die Züge fahren im Einminutentakt. Mehr als drei Millionen Menschen passieren tagtäglich den Bahnhof „Shinjuku“, um beispielsweise von den außerhalb befindlichen Wohnungen bzw. Schlafstätten an den Arbeitsplatz zu gelangen. Zu den Einwohnern der Stadt und Metropolregion weilen zudem viele Touristen in der Stadt, die die öffentlichen Verkehrsmittel für die Erkundungstouren nutzen. Die Autos in der Stadt sorgen regelmäßig für Staus und Chaos auf den Straßen. Das quirlige Treiben, die Skylines mit dem Tokyo Tower, kann man sehr entspannt von einem der Boote oder während einer Brückenfahrt auf dem Sumida, der durch die Stadt fließt und in die Bucht von Tokio am Pazifischen Ozean mündet, beobachten, es bieten sich interessante und abwechselnde Bilder.
Neben der lauten, hektischen Betriebsamkeit in Tokio erlebt man die Stadt aber auch sehr leise, entspannt, fröhlich, immer freundlich und betont höflich, offen und gesellig. Deutlich wird das besonders, wenn sich beispielsweise während der „Goldenen Woche“ die Japaner beim Kirschblütenzauber bzw. –fest in den Parks versammeln, Pick-Nick machen und mit Landsleuten und Gästen feiern. Ruhig und gelassen widmen sich die Gläubigen ihrer Religion, sie finden sich in den Tempeln zusammen, um zu beten und um ihren Göttern Ehre zu erweisen. Viele Touristen werden gerade wegen der beeindruckenden Gegensätze, wegen der vielen Facetten, die Tokio zu bieten hat, angezogen, um die kulturellen Bräuche, die traditionelle und moderne Lebensweise, das mit einem erfolgsorientierten Wirtschaftssystem verbunden ist, kennenzulernen.

Sehenswertes

Die Stadt ist reich an Sehenswürdigkeiten der modernen und der historisch-traditionellen Art, die man bei einer Stadtrundfahrt erkunden kann. trifft kann man noch viele Tokioter in der traditionellen Kleidung an, in den Souvenirläden entlang der Nakamise-dori kauft man typische Artikel (Fächer, Figuren). Der Sensō-ji-Schrein (1649) in Asakusa ist Ort des alljährlichen Matsuri-Festes im Juni. Im Koraku-Garten, der größte Garten Tokios, der 1692 angelegt wurde, befindet sich auch die älteste Brücke Tokios aus dem Jahre 1618. Heute sind im Garten ein Vergnügungspark und das Mehrzweck-Stadion (Tokoyo Dome) zu besuchen. Architektonisch dominieren in diesem Stadtteil die japanische Bauweise mit den gewölbten Dächern und die typisch-japanische Gartenbaukunst. Sehr schön ist es, wenn die Kirschblüte einsetzt, denn da werden die Parks in ein zartes Rosa getaucht, im Ueno-Park, wo sich auch der Zoo sowie mehrere Schreine und Tempel befinden, ist das besonders reizvoll anzusehen.
In einem anderen Bild präsentiert sich Tokio, wenn man die sogenannten „Oberstadt“ (Yamanote) besucht. Im Stadtteil Ginza z.B. trifft man auf schlichte Bauwerke aber auch auf futuristische, funktionale, moderne und extravagante, wie z.B. das Rathaus, den Tokyo Tower, die Rainbow Bridge und die vielen Skylines. Sowohl in der Unter- als auch in Oberstadt lässt sich keine klare Trennung zwischen Tradition und Modern finden, überall stößt man auf Kontraste, die die diese Stadt besonders interessant und aufregend machen. Viele Parks und Gärten, in denen auch Schreine besucht werden können, lockern mit ihrem Grün die Stadt auf und laden zu Erholung und Entspannung ein. So bietet der Meiji-Schrein (1920 eingeweiht), eingebettet im Yoyogi-Park, den Besuchern eine Oase der Ruhe und Stille. Die japanische Kultur erlebt man zum Beispiel bei einem Besuch im Nationalmuseum, in den Theater wie z.B. im traditionellen japanischen Kabuki-Theater.
Image: under_g – Fotolia.com

Mehr