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Japan – ein Land mit kaiserlicher Tradition

Gepostet von Gaijin am Apr 11, 2011 in Japan

Das Land JapanDer 377.835 Quadratkilometer große Inselstaat mit seinen vier Hauptinseln und vielen kleinen Inseln ist mit mehr als 128 Millionen Menschen eines der bevölkerungsstärksten Länder unserer Erde. Das Kaiserreich Japan (Nippon) ist eines der ältesten Monarchien. Seit 1947 ist Japan eine parlamentarische Monarchie, dessen Oberhaupt der Kaiser (Tenno) Akihito (geb. 23.12.1933) als Staatsoberhaupt vorsteht, der jedoch keine Regierungsgewalt sondern nur Repräsentationsfunktionen hat und als gottähnliches Wesen gesehen wird.

Als blühende Industrienation nimmt Japan als Wirtschaftsmacht vordere Plätze im Weltmaßstab ein. In Japan gibt es zum einen die unberührte, einsame und stille Bergwelt, deren Abgeschiedenheit Shinto-Priester und buddhistische Mönche bevorzugen. Zum anderen spielt sich in den Metropolen, wie Tokio, Yokohama, Osaka, Nagoya, Kyoto oder anderen Städten, wo insgesamt dreiviertel der Bevölkerung wohnt und arbeitet, das Leben, die Politik, die Wirtschaft usw. ab. In den pulsieren Städten schlägt das Herz Japans auch als Industrienation.

Geografisches und Klimatisches

Überfliegt man Japan, hat man aus der Vogelperspektive einen phantastischen Blick auf die Inseln im Pazifischen Ozean, östlich von Russland und Korea. Man erkennt bei guter Sicht die großen Inseln Honshu, die größte in der Mitte, Hokkaido im Norden, Shikoku und Kyusshu im Süden. Des Weiteren hat man einen atemberaubenden Blick auf die vielen (3.850) kleineren und kleinen japanischen Inseln. Man sieht, dass Japan ein bewaldetes Gebirgsland mit etwa 240 Vulkanen ist, von denen etwa 40 aktiv sind. Der höchste Berg ist de „heilige“ Berg (Vulkan), der Fuji (Fudschijama) mit 3.776 Meter ü. NN. Die japanischen Ryūkyū-Inseln im Ostchinesischen Meer gehören zum pazifischen Feuerring (Vulkanring), der für Erdbeben und Tsunamis bekannt ist. Geologisch liegt Japan an drei tektonischen Platten, der Eurasischen Platte (Norden und Westen), der Philippinischen Platte (Süden) und der Pazifischen Platte (Osten), was zu regelmäßigen leichten bis starken Erdbeben und Taifunen führt. Das schwerste und stärkste Erdbeben (9,0 Mw) Japans und einem 10 bis 38 Meter hohen Tsunami am 11.03.2011 (Tōhoku-Erdbeben) im Nordosten, hatte mit mehr als 23.000 Toten, mehreren Tausend Verletzten und Vermissten und den Reaktorunfällen (Kernschmelze) in den Kernkraftwerken an der Ostküste u.a. in Fukushima-Daiichi weitreichende katastrophale und Folgen. Durch die Nord-Süd-Ausdehnung Japans verfügt das Land der aufgehenden Sonne über verschiedene Klimazonen – schneereiche Winter bis subtropisches Klima, Monsunregen, Taifune – in Japan ist vom milden, gemäßigtem Klima bis zum kalten Winter klimatisch alles „vertreten“. Flora und Fauna Japans sind mit einer Artenvielfalt ausgestattet, hier sind u.a. Tiere wie Braunbären, Ziegenantilopen, Makaken, japanische See- und Fischotter, seltene Vögel, viele Fischarten (z.B. Kois), Wale, die trotz Verbot immer noch gejagt und gefangen werden, und andere Tierarten anzutreffen. Die Flora in den Wäldern, die eine Fläche von 66% Japans bedecken, bietet Sicheltannen, japanischen Rotkiefern, Zitruspflanzen und anderen Arten in ihrer Schönheit und Einzigartigkeit. Als Kulturpflanzen werden u.a. Reis, Tee, Adzukibohnen angebaut.

Kaiserliche Zeiten

Japan, das letzte Kaiserreich unserer Erde, hat eine lange Geschichte, die noch bis vor die Jōmon-Zeit (10.000-300 v. Chr.) zurückgeht. Während der Yayoi-Zeit (330 v. Chr. – 300 n. Chr.) wurde bereits Reis angebaut und Metall verarbeitet. Der Mythos des Kaiserreiches geht auf den ersten legendären Kaiser Jimmu (Tenno – Himmlischer Herrscher) zurück, der am 11. Februar 660 v. Chr. (dieser Tag wird heute noch als Nationalfeiertag begangen) gekrönt wurde. Durch enge Beziehungen zu China und Korea kam, neben Kulturtechniken auch der Buddhismus zum Ende der Kofun-Zeit (300 552), auch Yamato-Zeit genannt, nach Japan und wurde zur Staatsreligion. Japan war bis dato ein zersplitterter Staat, der von Klans nun zu einem losen Staatenverbund, dem Kaiserstaat zusammengeschlossen wurde. Nach dem Tod des Kronprinzen und Regenten Shōtoku (574-622) kam es während der Asuka-Zeit zu Machtkämpfen in dessen Folge eine Reihe weitreichender Gesetze (Taika-Reform) erlassen wurden. Die Nara-Zeit (710-794) brachte Japan Frieden und kulturellen Wohlstand. Während dieser Zeit kam es durch die private Besitzübernahme von Klöstern und Land zur Schwächung des kaiserlichen Hofes, so dass es, auch wegen der geografisch ungünstigen Lage der „Kaiserlichen Residenzstadt Friedensburg“ (Heijō-kyō) zur Verlegung des Kaisersitzes nach Heian-kyō (heutiges Kyoto), was auch den Übergang zur Heian Zeit (794-1192) dokumentierte. Die Kultur blühte auf, die Macht des Hofes jedoch nahm ab, was zu militärischen Konflikten mit den Samurais führte. Es folgten die Epochen der Kamakura (1185-1333), Muromachi (1333–1568), Azu-Momoyama (1573-1600), Edo (1600-1867), Meji-Restauration (1868-1912 – Tokio wird Hauptstadt) und der Heisei-Zeit, die seit 1912 bis heute andauert. Der Vater des heutigen Kaisers Hirohito erklärte unter Druck der US-Amerikaner erst im Jahr 1945 seine Kapitulation als Gott-Kaiser – den Thron durfte er behalten.
In allen Epochen gab es immer wieder verbitterte und blutige Machtkämpfe, Kriege und Schlachten der einzelnen Regionen und Herrscher (Fürsten, Familien, Dynastien, Vier-Stände-System). Die Kaisersitze bzw. Hauptquartiere wechselten, so dass an den Orten der ehemaligen Regierungssitze Relikte aus dieser Zeit sowie prachtvolle Paläste, Tempel, Schreine, Statuen und Gärten zu besichtigen sind.
Fotoquelle: Stephan Bosenius – Fotolia.com

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