Artikel getaggt mit "Religion"

Grundlegendes zur japanischen Kultur

Gepostet von Gaijin am Mai 19, 2011 in Japanische Kultur

Die japanische KulturDie japanische Kultur ist geprägt von verschiedenen Einflüssen u.a. aus Chinas, Koreas, Ozeanien und sie ist geprägt durch die Religionen (z. B. Buddhismus, Shintoismus, Christentum). Heute gibt es in Japan 180.000 religiöse Gemeinschaften, die staatlich anerkannt sind.

Von den Anfängen bis zur Gegenwart

Den Anfang der japanischen Kultur kann man in der Zeit bis 500 n. Chr., während der Kofun-Zeit (ca. 250–538) finden. Es kamen Einwanderer aus Korea und erste religiöse Schriften des Buddhismus, des Taoismus und des Konfuzianismus nach Japan. Die Koreaner lehrten den Japanern das Errichten von Hügelgräbern, das Schmieden von Bronze sowie Techniken des Hausbaus. Die Schrift kam im 7. Jahrhundert durch buddhistische Mönche von Korea nach Japan.
Während der Heian-Zeit (794–1185) entwickelte der Hofadel, auf Grundlage der chinesischen Vorbilder, eine eigenständige Literatur und Dichtkunst. In den folgenden Jahrzehnten entwickelten sich, aufgrund schwerer Bürgerkriege, die Samurai, die nicht nur die Kriegsführung sondern auch die des Schmiedehandwerks, speziell für Schwerter, entwickelten. Der Zen, eine Form des Meditations-Buddhismus bildet sich heraus, deren Mitglieder Einfluss auf die Gartenkunst, Musik und Dichtkunst hatten. Die Edo-Zeit (1600-1867) brachte Japan zur Ruhe, die Samurais entwickelten die Kampfkunsttechnik Budo. Die Händler, die gesellschaftlich nicht aufsteigen konnten und über Geld verfügten, fanden ihren Weg zur Kunst; Ikebana (lebende Blumen – Blumensteckkunst), Bonsai, Kaligrafie, Keramikkunst und Origami (Faltkunst) entwickelten sich weiter. Teezeremonien wurden in allen Schichten zelebriert und das Kabuki-Theater (Gesang, Tanz, Pantomime), eine säkulare Kunstform, neben dem No-Theater der Samurai und dem Kyogen- (Worttheater), dem Bunraku- (Figurentheater) und dem Revue-Theater (Takarazuka Revue), wurde unter dem ästhetischen Aspekt Wabi-Sabi gefördert. Erste Vergnügungsviertel entstanden, wo auch Geishas die Teezeremonien durchführten.
In der Malerei und Grafik prägten vor allem die Ukiyo-e Bilder („Bilder der fließenden Welt“) in der Edo-Zeit die japanische Kultur – das bekannte Bild von Katsushika Hokusai (1760-1849) „Die große Welle“ (ca. 1830) ist Zeugnis davon. Ebenfalls sind die Farbholzschnitte und die Tuschemalereien (Sumi-e, Schwarz-Weiß-Kunst) Ausdruck der japanischen Kultur und Kunst.

In der Musik sind buddhistische Ritualgesänge (Shomyo) mit den vier Komponenten Wa, Kei, Sei und Jaku (Harmonie, Respekt, Reinheit und Stille) und die elegante Musik (Gagaku), eine Musikform, die aus dem Kaiserreich China nach Japan kam und als Kammer- und als Orchester- und Chormusik gespielt wird, Ausdruck der japanischen Kultur. Beim Musizieren finden traditionelle Instrumente wie Bambusflöte, Trommeln, Zithern und Lauteninstrumente ihren Einsatz. Aber auch die Tätowierkunst (Irezumi) mit einer großen Vielfalt an Motiven aus der Mythologie (Drachen, Dämonen) oder Motive, die eine Aussagekraft haben (Koi: Stärke, Erfolg, Glück) hat in der Kultur Japans eine lange Tradition, die bis in die Yayoi-Zeit (300 v. Chr.) zurückgehen. Das Tätowieren von Schriftzeichen hat in Japan keinerlei Tradition.
Die Architektur der einzigartigen Tempel, Gärten, Schreine, die es in Japan zu besichtigen gilt, sind Ausdruck und Zeugnisse der einzelnen Entwicklungsepochen, der Religionen und der Kultur des Inselstaates. 39 historische Bauwerke Japans gehören zur Weltkulturerbe der UNESCO.
Nach dem zweiten Weltkrieg entwickelten sich alle Bereiche der Kultur weiter. Überall in Japan findet man neben den traditionellen Bauten postmoderne Gebäude. Und auch in den anderen Bereich der japanischen Kultur steht die Tradition in Verbindung mit der modernen Kultur Japans und in Verbindung mit den Einflüssen der westlichen Welt, was u. a. ihren Ausdruck in Filmen und Zeichentrickfilmen (Anime), Popmusik und in der Jugendkultur findet.

Japanische Kultur im Alltag

Jeder der schon einmal in Japan war, wird bestätigen, dass diese Menschen ausgesprochen gastfreundlich, höflich und hilfsbereit sind. In den Bereichen des täglichen Umgangs bzw. des Alltags gibt es gegenüber der westlichen Kultur große Unterschiede. Das fängt bei der Schenkkultur an, reicht über die Toilettenkultur bis hin zur Bade- und Reisekultur. Aber auch die Ess- und Trinkkultur, die Wohnkultur sowie Kleidung unterscheidet sich von unserer westlichen Kultur. Jeder, der einen Japanbesuch plant, sollte sich vor Reiseantritt unbedingt mit der Kultur des Alltags auseinandersetzen, die Umgangsformen und Verhaltensregeln studieren, um die Gastgeber nicht zu brüskieren.

Mehr